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Schön war die Zeit...

22.07.2020

Wie verabschiedet man jemanden wie Volker Rusch würdig in den Ruhestand? Wie findet man Worte für all das, was unsere Schule und auch wir alle persönlich ihm zu verdanken haben?

Eine schwierige Frage.

„Bitte keine übertriebenen Huldigungen!“ – so sein Wunsch, als er in einem Gespräch vor ein paar Tagen von seinen Anfängen als Lehrer erzählt, aber auch einen Blick auf die ihm bevorstehende Zeit wirft. Übertreiben wollen wir es nicht, aber loben wollen wir ihn auf jeden Fall: hat er es doch immer geschafft, neben allerhand Planungsgeschick, Weitsicht und besten Führungsqualitäten auch Mensch zu bleiben.

1979 begann der gebürtige Greizer seinen Dienst an der POS "Rosa Luxemburg" Ilmenau, der heutigen Grundschule „Am Stollen“, und wechselte dann für sechs Jahre an die EOS „Goetheschule“, wo er neben Mathe auch Sport unterrichtete. Nach der Wende und mit der Entstehung eines weiteren Gymnasiums („Am Lindenberg“) übernahm er dort für 17 Jahre die Oberstufenleitung, bevor Rusch 2008 als Schulleiter an die Goetheschule zurückkehrte und gleich den wohl höchsten Besuch bekam, den man sich vorstellen kann. „Ein absolutes Highlight“ nennt er dieses Ereignis selbst und berichtet eindringlich, wie er damals den Empfang der Kanzlerin vorbereitet hat, die im Rahmen ihrer Wahlkampftour an die Schule kam.

Die architektonische Entwicklung der beiden Schulhäuser, insbesondere des Hauses 1 mit zu drei Fachräumen umgebildeter Turnhalle, Theaterkeller, Chillout-Area, Speiseraum usw. stellt für ihn den baulichen Höhepunkt seiner Schulleiterkarriere dar. Auch die Modernisierung des Treppenaufgangs durch den Park zum Portal sowie das Setzen der Schrankenanlage geschahen während seiner Amtszeit, darüber hinaus noch viele, kaum aufzählbare Umbauten im Haus 2.

Volker Rusch gestaltete die Goetheschule auch personell erheblich aus: 28 Kolleginnen und Kollegen wurden während seiner Amtszeit eingestellt. Den Erhalt der Spezialklassen, die Einführung von p-Klassen sowie den Schulversuch benennt er als besonders wichtige Erfolge in den letzten Jahren. Er spricht aber nicht bloß über positive Fortschritte und Errungenschaften innerhalb seiner Karriere, sondern auch über Fehlentscheidungen. Und genau das ist eben ein Grund dafür, weshalb er sich solcher Beliebtheit erfreut: Volker kann auch mal einen Fehler zugeben. Ganz oder gar nicht, halbe Sachen macht er nicht.

Stets geht er die Dinge mit Herzblut an, z.B. bereits auf seinem Weg in die Schule, den er häufig auf seinem geliebten Motorrad zurücklegte. Der Abschied von diesem wohlvertrauten täglichen Weg fällt ihm nicht leicht. Ruhe halten? Das ist nichts für Volker, der in vielfältigsten Bereichen aktiv ist und bleibt. Der Kommunalpolitik hält er die Treue, u.a. im Kreistag, Schulausschuss und auch beim Gemeinderat Elgersburg (auch den Vorsitz des dortigen Sportvereins hat er inne). Jüngst hat er sich der Hobby-Imkerei zugewendet und produziert nun seinen eigenen Honig. Seine früheren Sportvorlieben für Handball, bei dem er auch selbst als Trainer tätig war, Tennis und Skifahren mussten sich aus gesundheitlichen Gründen umentwickeln. Heute steht Volker Rusch unglaublich gern auf dem Golfplatz und taucht voll und ganz ins Spiel ein. „Ich genieße die frische Luft und die Mischung aus absoluter Konzentration und totaler Entspannung“, beschreibt er sein Hobby. In Bewegung bleiben möchte er auch durch einen Hund, den er sich in naher Zukunft ins Haus holen wird. Wenn er auf seinen Ruhestand blickt, freut er sich ganz besonders über viel Zeit mit seinen Enkelkindern, die er nun endlich übrig hat, und auf die Bewirtschaftung eines großen Grundstücks, das er erst kürzlich erwarb. Es wird wohl eher ein „Unruhestand“, Langeweile kann bei so vielen Plänen, Hobbys und Beschäftigungen jedenfalls nicht aufkommen.

Und wenn er zurückschaut?
Dann bleiben die Augen nicht trocken – so viel ist klar:

„Ich blicke mit unglaublicher Dankbarkeit zurück, weil ich für mich das Gefühl habe, dass ich stets ein Vertrauter und fast Freund der Schüler war. Ich denke, es kann nicht jeder Schulleiter von sich behaupten, dass er mit dem Auto oder Motorrad gesehen wird und die Schüler ihm zuwinken und ihn grüßen. Das ist das schönste Geschenk, das es gibt.

Auch den Eltern bin ich dankbar für diese sehr offene und ehrliche Arbeit zusammen, die nie ins Persönliche, sondern immer um die Sache ging. Ich spreche von Glück, dass ich in den Elternsprecherinnen Silke Augustin, Anne Grökel und Claudia Koch tolle Beraterinnen und Freunde gefunden habe.

Für Lehrer und Schüler wünsche ich mir, dass die vertrauensvolle, freundschaftliche Atmosphäre, aber auch der Leistungsgedanke, die an der Goetheschule vorherrschend sind, Bestand haben mögen. Viele Erfolge auf wissenschaftlichem, sportlichem und kulturellem Gebiet!“


Wir wünschen dir, lieber Volker, für die Zukunft Gesundheit und Zeit für all die Dinge, für die in den vergangenen Jahren keine zur Verfügung stand!

Und uns wünschen wir, dass du den weiteren Werdegang unserer Schule aufmerksam „vervolkerst“ und wir dich regelmäßig zu Schulveranstaltungen herzlichst willkommen heißen dürfen!

Deinen Ruhestand hast du dir mehr als verdient, trotzdem lassen wir dich nur sehr ungern gehen.

Schön war die Zeit.

Danke für alles!

Du fehlst uns schon jetzt!

 
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